SPD Konstanz

„Endlich ist Bewegung am Sternenplatz“, freut sich SPD-Stadträtin Hanna Binder, die in den den vergangenen Jahren mehrfach beantragt hatte, die Bushaltestelle am Sternenplatz barrierefrei und damit behindertengerecht umzubauen. Doch der Vorschlag, mit dem die Verwaltung in die Beratungen des Technischen und Umweltausschusses gehen will, ist ihrer Ansicht nach unzureichend.

Denn die Stadt will lediglich mit Hilfe der Firma Schwarz Anzeigenwerbung das Wartehäuschen neu bauen. Weitere notwendige Baumaßnahmen werden in eine „ferne Zukunft“ verschoben, beklagt Binder, bis irgendwann Zuschüsse nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz kommen sollen. Während sie noch ein gewisses Verständnis dafür aufbringen könne, dass der 150.000 Euro teure Aufzug nicht sofort realisiert werde, sei es unsinnig, die höheren Bordsteinkanten für Niedrigflurbusse erst nach der Wartehalle bauen zu wollen. Damit mache die Stadt aber „halbe Sachen“. Dies sähen offensichtlich auch die Fachleute der Verwaltung so, meint Binder, denn in der Vorlage heißt es, dass dieses sogenannte Kasseler Bord „sinnvollerweise in einer Baustufe“ mit der Überdachung realisiert werden sollte.
„Ein neues Wartehäuschen bringt viel für die Optik, aber macht die Haltestelle noch lange nicht behindertengerecht“, sagt Binder. Daher müsse auch die Rampe zur Conrad-Gröber-Straße so schnell wie möglich angepackt werden.

Die Konstanzer Stadtkasse profitiert vom Wirtschaftsaufschwung. Alleine aus der Einkommensteuer wird die Stadt voraussichtlich rund drei Millionen Euro mehr erhalten als bislang geschätzt. Dies geht aus einer Mitteilung des baden-württembergischen Finanzministeriums hervor. Danach stieg der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer im ersten Quartal 2007 landesweit um 17,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr an und erreichte den höchsten Wert seit sieben Jahren. Als die Stadt den Haushalt für 2007 aufgestellt hatte, wurde bereits mit höheren Steuereinnahmen gerechnet, doch bei weitem nicht in diesem Ausmaß.

Noch gebe es keine verlässlichen Informationen, wie stark die Firma Nycomed künftig ihre Gewerbesteuerzahlungen verringern werde, sagt Jürgen Leipold, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gemeinderat. Doch „der Haushalt der Stadt könnte 2007 selbst 20 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer verkraften, ohne dass in Konstanz die Lichter ausgehen.“

Er wolle damit die Lage nicht beschönigen, „aber es muss Schluss sein mit der Schwarzmalerei, die viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in städtischen Einrichtungen, vor allem im Kulturbereich seit Monaten verunsichert“.

Oberbürgermeister Horst Frank soll im Haupt- und Finanzausschuss, wenn turnusgemäß der Finanzbericht der Stadt für das erste Quartal vorgelegt wird, über die veränderten finanziellen Aussichten seit dem Beschluss des Haushalts informieren, fordert Leipold.

Denn nicht nur die gute Konjunktur entlastet den Haushalt der Stadt. So verlangt der Landkreis für 2007 weniger Kreisumlage, so dass über eine Million Euro zusätzlich in der Stadtkasse bleibt. Vom Land sind außerdem höhere Zuweisungen aus dem Finanzausgleich zu erwarten.

Im Rechnungsabschluss des Jahres 2006 hatte die Stadt zusätzlich gegen Einnahmeausfälle vorgesorgt. Die Überschüsse, die vergangenes Jahr im Haushalt erzielt wurden, sind in die allgemeine Rücklage eingestellt worden, die am Jahresanfang die Rekordhöhe von 13,1 Millionen Euro aufwies. Von dieser Rücklage sind etwa zehn Millionen frei verfügbar.

Ein Kommentar von Stadträtin Hanna Binder

Für beinahe sechs Millionen Euro baut die Stadt Konstanz dieses und nächstes Jahr an vier Schulen Schulräume und die Ganztagesbereiche aus. Die Schulen profitieren damit von einem Viertel aller städtischen Investitionen, die für 2007 und 2008 vorgesehen sind. Vollkommen zu Recht sprechen Stadtverwaltung und Gemeinderat davon, dass Bildung der Investitionsschwerpunkt der Stadt ist.

Mit den Baumaßnahmen wurde mittlerweile an der Gebhardsschule und am Humboldt-Gymnasium begonnen. Zeit also die pädagogischen Angebote für die neuen Ganztagesbereiche konkret zu planen und zu organisieren.Doch zusätzliche Angebote an den Schulen kosten Geld, denn sie sind ohne pädagogisches Personal nicht möglich. Zuständig für Einstellung und Bezahlung von Lehrern ist das Land Baden-Württemberg. Doch die Landesregierung lässt die Schulen und die Städte als Schulträger allein.

Nur Grund- und Hauptschulen in sozialen Brennpunkten, vom Land beschönigend als Schulen mit „besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung“ bezeichnet, werden zu gebundenen, also „richtigen“ Ganztagesschulen ausgebaut.

Aus den Konstanzer Gymnasien können lediglich ungebundene Ganztagesschulen werden. Dies sind eigentlich Halbtagesschulen, die ihren Schülern an vier Tagen in der Woche nachmittags ergänzende und freiwillige Angebote machen. Dafür erhalten diese Schulen eine Lehrerstunde pro Klasse zusätzlich zugewiesen. Doch dieses – unzureichende -Angebot des Landes hat einen Haken: Alle anderen Zuschüsse des Landes, zum Beispiel für ergänzende Betreuungsmaßnahmen an Nachmittagen, fallen dann ersatzlos weg. Daher wollen nur das Humboldt-Gymnasium und die Geschwister-Scholl-Schule einen Antrag als ungebundene Ganztagesschule stellen. Für zusätzliche Unsicherheit sorgt einmal mehr das Land: Niemand weiß derzeit, nach welchen Kriterien über die Anträge entschieden wird. Kommen die schnellsten oder die besten Schulen zum Zuge? Ebenfalls offen ist, ob alle interessierte Schulen berücksichtigt werden. Denn in ganz Südbaden will das Land nur 28 Gymnasien zu offenen Ganztagesschulen ausbauen.

Alle Konstanzer Schulen arbeiten im Moment daran, für ihre Schülern hochwertige Ganztagesangebote zu machen. Viele ehrenamtliche Helfer, vor allem aus den Reihen der Eltern und aus (Sport-) Vereinen, helfen dabei mit. Diese großen Anstrengungen verdienen höchste Anerkennung. Wir Sozialdemokraten setzen uns dafür ein, dass die Stadt dabei ihre Schulen nicht alleine und ihnen die notwendige Unterstützung zukommen lässt. Allerdings ist Konstanz nicht in der Lage, die Fehler und Versäumnisse der Landesregierung auszubügeln. Wer bessere Schulen will, muss diese auch entsprechend ausstatten.

Welche Ganztagesschulen gibt es?
In gebundenen Ganztagesschulen sind alle Schüler verpflichtet, das Ganztagesangebot wahrzunehmen.
Ungebundene oder offene Ganztagesschulen machen an mindestens vier Tagen in der Woche Ganztagesangebote, die die Schüler freiwillig wahrnehmen können. In der Regel wird von den Schülern eine freiwillige Verpflichtung für ein Schulhalbjahr oder ein Schuljahr verlangt.

Stadt hat sich auf Einnahmeausfälle vorbereitet

Fast die Hälfte der Nycomed-Mitarbeiter in Konstanz werden ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Kahlschlag des Nycomed-Managements nach dem Kauf von Altana Pharma trifft auch die Stadt Konstanz, denn Altana Pharma ist der größte Gewerbesteuerzahler. „Steht die Stadt nun vor der Pleite?“ fragen sich viele Bürger besorgt, zumal der Oberbürgermeister wieder einmal angekündigt hatte, alle „Projekte auf den Prüfstand zu stellen“.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Jürgen Leipold warnt daher vor Panik, denn die Stadt hat gegen mögliche Einnahmeausfälle gut vorgesorgt und elf Millionen Euro in die Rücklage eingestellt.

Lob gab es dafür auch vom Regierungspräsidium in Freiburg. Auch bei den Investitionen war die Stadt zurückhaltend und plant nur wenig neue Projekte. „Bereits während der letzten Haushaltsberatungen stand schon alles auf dem Prüfstand,“ sagt Jürgen Leipold. Selbst wenn Nycomed von heute auf morgen 20 Millionen weniger Gewerbesteuer zahlen würde, könnte die Stadt immer noch mit 30 Millionen Euro rechnen. So „wenig“ Gewerbesteuer floss zuletzt 2001 in die Stadtkasse und war damals eine Rekordeinnahme. Bei der Gewerbesteuer habe sich schon 2006 bei anderen Betrieben höhere Beträge ergeben; diese Entwicklung werde sich 2007 fortsetzen.

„Die Massenentlassungen bei Nycomed sind eine Katastrophe für die Mitarbeiter, für den Haushalt der Stadt ein Problem- nicht weniger, aber auch nicht mehr,“ sagt Jürgen Leipold.

SPD fordert Beratung im Ausschuss

Ist entlang der Kreisstraße zwischen Dingelsdorf und Dettingen ein Radweg notwendig? Die betroffenen Ortschaftsräte haben sich dafür ausgesprochen. Stadträtin Brigitte Leipold (SPD) greift dieses Anliegen auf und beantragt eine Beratung im Technischen und Umweltausschuss des Gemeinderats. Denn der Wunsch der Ortsteile wirft Fragen ökologischer und verkehrsplanerischer Art auf.

Diese Fragen soll Baubürgermeister Kurt Werner im Ausschuss fundiert beantworten, fordert Leipold in ihrem Antrag. Für Radwege entlang von Gemeinde- und Kreisstraßen könnte es Zuschüsse nach dem Gemeindefinanzierungsgesetz geben. Der Haken dabei: Das Projekt muss eine gewisse überörtliche Bedeutung haben. Leipold will daher wissen, unter welchen Bedingungen und Auflagen Geld nach Konstanz fließen könnte.

Wichtig ist der Stadträtin eine solide Planungsgrundlage: „Wie hoch ist das Verkehrsaufkommen zwischen Dingelsdorf und Dettingen überhaupt?“, fragt sie. Da die Kreisstraße durch die schützenswerte Bodanrück-Landschaft führt, wäre ein paralleler Radweg entlang der Straße ein Eingriff in Natur und Umwelt. „Gibt es Alternativen zum Ausbau der Kreisstraße, um den Fahrradverkehr zwischen den Ortteilen zu verbessern?“ fragt Leipold daher.

Denn der Flächennutzungsplan sieht vor, dass die Verbindungsstraße zwischen Dingelsdorf und Dettingen zurückgebaut werden wird. Darüber soll jedoch erst entschieden werden, wenn die B 33 neu und die Westgangente fertig gebaut sind. Nachdem der Planfeststellungsbeschluss für die Bundesstraße erlassen wurde, müssen wir uns bald dieser Frage stellen, erläutert Brigitte Leipold.

Am Anfang stand die Idee: Konstanz ist (auch) eine Stadt der Wissenschaft und deshalb prädestiniert für den vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft ausgelobten Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“. Der Idee folgte der Antrag der SPD-Fraktion auf Teilnahme; der Gemeinderat stimmte im Juli 2005 zu.

Knapp zwei Jahre später ist ein Rückzug auf Raten absehbar. Jürgen Leipold, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Gemeinderat kommentiert:

Schon die Haushaltsrede im vergangenen Dezember von Oberbürgermeister Horst Frank reduzierte den Anspruch darauf, beim Wettbewerb „dabei zu sein“; von Siegen wollen ist nicht mehr die Rede. Franks Sprecher gab jetzt in verklausulierter Form der Universität die Schuld, dass es vorerst nicht zu einer Bewerbung kommen wird.

Beim mit 250.000 Euro dotierten Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“ handelt es sich jedoch nicht um einen Wettbewerb zwischen Universitäten, gesucht werden Hochschulstädte, die Wissenschaft als Motor ihrer Stadtentwicklung begreifen und dies auch in der Öffentlichkeit deutlich machen wollen. Die Ursachen für das Scheitern der Bewerbung liegen nicht bei den Konstanzer Hochschulen -wie auch: Beide, HTWG wie Universität, genießen einen ausgezeichneten Ruf. Im Exzellenzwettbewerb des Bundes und der Länder um den Rang der besten Hochschulen hatte die Universität mit dem Forschungsverbund „Kulturelle Grundlagen von Integration“ die Nase vorn; jährlich 6,5 Millionen Euro Fördergelder sind der Lohn. Und die Uni ist auch, zusammen mit sieben anderen Hochschulen, im Finale um Titel und Fördergelder ( 20 Millionen ) für die besten Hochschulen. Die Entscheidung fällt im Oktober. Bis zu diesem Zeitpunkt will die Stadt ihre Bemühungen ruhen lassen.

Auch wenn man das im Rathaus nicht gerne hört: Wirtschaftsförderung bzw. die Stadtmarketing GmbH, federführend für Vorbereitung und Koordination der Bewerbung, haben bisher nichts zu Wege gebracht, was auch nur den Hauch einer Endkampfchance erkennen lässt. Gleichwohl wehrt man sich bislang erfolgreich dagegen, den Wettbewerb vollständig im neu gebildeten Amt für Schule und Wissenschaft, dem zerschlagenen Kulturamt, anzusiedeln.

Was der OB und sein Wirtschaftsförderer nicht berücksichtigt haben: Der Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft findet 2009 zum letzten Mal statt. Konstanz hat also bis zum Herbst 2007 eine letzte Chance, eine Bewerbung zu erarbeiten.

Die Stadt muss ich also entscheiden: Steigt sie gleich aus oder traut sie sich einen Kraftakt zu. Der freilich wird ohne personelle und organisatorische Konsequenzen nicht möglich sein.

Unter der Federführung des städtischen Wirtschaftsförders Friedhelm Schaal arbeitet die Verwaltung an einer Investorenausschreibung für das Kongress- und Konzerthaus auf Klein Venedig. Bereits in wenigen Wochen soll die Suche nach einem finanzkräftigen Investor offiziell anlaufen. „Wir machen den zweiten Schritt vor dem ersten“, kritisiert SPD-Stadtrat Dr. Jürgen Ruff, die Vorgehensweise der Stadt. „Zuerst muss der Gemeinderat über die städtebaulichen Ziele auf Klein Venedig beschließen, bevor jemand auf Investorensuche geht“, fordern die Sozialdemokraten und wollen das Thema auf die Tagesordnung des Gemeinderats setzen.

Sowohl die Dimensionen eines Kongresszentrums als auch der Standort direkt am Seeufer stellen höchste Anforderungen an die städtebauliche Qualität des Projekts. Daher müsse die Stadt ihre Vorgaben für eine Investorenausschreibung besonders sorgfältig und gründlich ausarbeiten. Es gehe in einem ersten Schritt um die Analyse, was die Stadt und ihre Bürger benötigen. Dann müsse nach Wegen gesucht werden, wie diese Ziele am besten erreicht werden können. Vor allem dürfe ein Investorenwettbewerb nicht ohne Grundsatzbeschluss des Gemeinderats ausgelobt werden, fordern die Sozialdemokraten. Doch ein solcher Beschluss steht noch aus. „Die Stadt hat die Planungshoheit und davon muss sie Gebrauch machen,“ fordert Dr. Jürgen Ruff.

Im Herbst letzten Jahres hatte Oberbürgermeister Frank die Gemeinderäte erstmals informiert, dass die Stadt in Abstimmung mit Kreuzlingen die Klein Venedig Planung wieder aufnehmen werde. Auf Konstanzer Seite soll ein Kongress- und Konzertzentrum mit Hotel und Casino realisiert werden, die Schweizer Seite strebt Wohnungsbau an. Den Konstanzer Gemeinderäten wurde dazu im Januar ein Arbeitsexemplar einer 34-seitigen Broschüre über die „Planung Klein Venedig“ zugestellt. In Kreuzlingen seien dem dortigen Gemeinderat dagegen detaillierte Vorlagen mit klaren Beschlussanträgen vorgelegt worden.

Die SPD-Fraktion formulierte kritische Fragen zu der allgemein gehaltenen Broschüre: So sehe der Entwurf keine Zusammenarbeit beider Städte bei der Verkehrserschließung vor, sondern schließe sie sogar aus. Dabei könne die Verkehrsentlastung in der Bodanstraße und in Stadelhofen nur durch eine Zusammenarbeit mit Kreuzlingen erreicht werden.

Außerdem befürchtet die SPD-Fraktion, dass das Klein-Venedig-Projekt mit der Umgestaltung des Bahnhofsumfelds verknüpft wird. Das vorgesehene Plangebiet schließe die Gleisanlagen mit ein. Beim Bahnhof herrsche schon heute dringender Handlungsbedarf. Eine Vermischung beider Projekte verzögere die ohnehin aufgeschobene Bahnhofsplanung noch länger. „Wir lehnen es grundsätzlich ab, die Bebauung des Bahnhofsgeländes als Verhandlungsmasse für Gespräche mit Investoren einzubringen“, heißt es im SPD-Antrag.

„Das Hörnle darf nicht vom Busverkehr abgehängt werden.“ Stadträtin Hanna Binder (SPD) kritisiert die neue Führung der Buslinie Nr. 5. Ab Mai 2007 soll der Bus das Freibad nicht mehr anfahren. Geplant ist stattdessen in der Nähe des Waldhaus Jakob eine neue Haltestelle „Bodensee-Stadion“, die mehrere hundert Meter vom Freibad entfernt ist.

In den Sommermonaten werde das Hörnle weiterhin das größte Konstanzer Bad sein, ist Binder überzeugt. „Daran wird auch die Eröffnung der Bodenseetherme nichts ändern.“ Daher sei es verkehrspolitischer Unsinn, das Angebot für die zahlreichen Badegäste, die mit dem Bus anreisen, zu verschlechtern. „Niemand würde die Bushaltestelle an der Uni mehrere hundert Meter verlegen“.

Die Pläne der Stadtwerke mache das Hörnle für Familien unattraktiv. „Mit kleinen Kindern, die nach einem Badetag müde sind, ist es beschwerlich, den Weg vom Hörnle bis zur Haltestelle nach oben zu gehen“. Viele Familien würden daher eher mit dem Auto zu einem der anderen Strandbäder fahren. Ziel der Stadtwerke müsse es aber sein, Anreize zu schaffen, dass viele Menschen vom Auto auf den Bus umsteigen und nicht umgekehrt.

Der ganzjährige 15-Minuten-Takt auf der Linie 5 verbessere zwar das Busangebot. Wenn die Haltestelle am Hörnle wegfalle, verpuffe dies jedoch fast wirkungslos, befürchtet Binder. Sie habe Verständnis für die betriebswirtschaftliche Überlegungen, mit denen die Kürzung des Kurses begründet wurde. Allerdings seien Alternativen nicht ausreichend durchdacht worden. So wäre auch ein 20-Minuten-Takt denkbar.

„Änderungen im Busverkehr müssen im Vorfeld mit den Nutzern öffentlich diskutiert werden“, fordert die Stadträtin. So könnten Entscheidungen, die die Bedürfnissen der Fahrgäste ignorieren, vermieden werden.

Hanna Binder fordert barrierefreien Sternenplatz

„Ausgerechnet die wichtigste Bushaltestelle in der Stadt ist in einem erbärmlichen Zustand“, klagte SPD-Stadträtin Hanna Binder und lud Baubürgermeister Kurt Werner und Vertreter der Verwaltung und der Stadtwerke zu einem Ortstermin an den Sternenplatz. Für Behinderte sowie Mütter und Väter mit Kinderwägen sei die stadtauswärts führende Haltestelle vollkommen unzugänglich. Ein fahrgastfreundlicher und barrierefreier Umbau sollte gemeinsam mit dem Bahnhaltepunkt am Sternenplatz erfolgen. Doch nach der Absage der Bahn, werden in den nächsten Jahren keine Züge oberhalb des Sternenplatzes halten.

Damit will sich Binder jedoch nicht abfinden. Ihre Forderung an die Verwaltung lautet: „Wir brauchen ein Konzept unabhängig von der Bahn und zwar bald.“
Drei Elemente sollten die Planer dabei unbedingt berücksichtigen: So soll die Bushaltestelle stadtauswärts auf jeden Fall barrierefrei ausgebaut werden. Die Unterführung unterm Sternenplatz bedarf dringend einer Aufwertung, während der Wartebereich stadtauswärts erweitert und vergrößert werden muss.

Bürgermeister Werner sagte der SPD zu, dass die Verwaltung gemeinsam mit den Stadtwerken einen Vorschlag erarbeiten werde. Mit von der Partie wird auch die Firma Schwarz Außenwerbung sein, die als Gegenleistung für die Nutzungsrechte an Werbeflächen den Umbau der Haltestelle finanzieren könnte.

Der barrierefreinen Zugang könnte über einen Aufzug und eine Rampe zur Mainaustraße realisiert werden. Vorgeschlagen ist auch eine Überdachung der Treppe an der Haltestelle stadtauswärts. Schwierig wird die Aufgabe für die Planer dadurch, dass der Stadt Zuschüsse verloren gehen könnten, wenn sie Maßnahmen vorziehen, die im Zusammenhang mit dem Bau des Haltepunkts realisiert werden sollten.

Die SPD-Fraktion hatte beantragt, die notwendigen Mittel im Doppelhaushalt 2007 / 2008 bereitzustellen. Der Antrag wurde jedoch von der Verwaltung und den anderen Fraktionen abgelehnt. „Wir werden nicht locker lassen,“ sagt Hanna Binder und kündigte weitere Initiativen an.

Leipold fordert Aktionsprogramm Niederburg 2010

Baudezernent Kurt Werner will ein Sanierungsgebiet für die Niederburg vorbereiten. Damit reagierte er auf eine Forderung der beiden SPD-Stadträte Brigitte und Jürgen Leipold nach einem Aktionsprogramm „Niederburg 2010“, das das Grundproblem des ältesten Konstanzer Stadtteils angeht. Ohne natürliche Wege in und durch die Niederburg liege der Stadtteil im Abseits, denn Fußgänger und Radfahrer werden östlich und westlich an ihr vorbeigeführt. Wer aus Petershausen in die Niederburg will, muss ein oder zwei Mal durch Unterführungen. Diese sind jedoch nicht attraktiv und werden nicht nur aus diesem Grund nach Möglichkeit gemieden.

Hier setzen die Forderungen der SPD an: Auf der westlichen Seite der alten Rheinbrücke müsse unbedingt ein Fußgängerweg geschaffen werden. Dieser soll durch Querungsmöglichkeiten für Fußgänger über den Rheinsteig ergänzt werden. Beide Forderungen sind nicht neu: Vor knapp zwei Jahren bekam die Stadtverwaltung bereits den Auftrag, diese Ideen auf ihre Umsetzbarkeit zu überprüfen.

Dringlich sei auch die Verkehrsberuhigung und Neugestaltung der Niederburggassen: das Gebiet müsse gestalterisch eine Einheit bilden. Geplant sind die verschiedenen Maßnahmen schon lange. Doch der Umbau der Insel-, Gerichts- und Brückengasse wurde immer wieder verschoben und soll erst ab 2008 erfolgen. Die Theatergasse wäre nach der gültigen Finanzplanung noch später, nämlich im Jahr 2010, an der Reihe.

Es mache jedoch wenig Sinn, immer wieder ein „Stückchen Gasse“ umzubauen, heisst es in einem Schreiben an den Oberbürgermeister und den Baudezernenten. So sei die absurde Situation entstanden, dass in manchen der schmalen Gassen 50 km/h schnell gefahren werden dürfe. Allerdings erst, nachdem die Autofahrer im Schritttempo durch verkehrsberuhigte Bereiche gekommen sind.

Die Initiative will stattdessen eine Beschleunigung bei der städtebaulichen Umgestaltung: „Anwohnern und Gewerbetreibenden ist eine Dauerbaustelle Niederburg nicht zumutbar.“ Die SPD fordert von Baubürgermeister Kurt Werner eine Beratung über das Aktionsprogramm im Technischen und Umweltausschuss und anschließend im Gemeinderat. Denn die Niederburg sollte „nicht erst im Jahr des Konziljubiläums 2014 sondern weit früher erreich- und begehbar sein – für Touristen wie für Einheimische“. Die SPD hofft daher auch, dass Bürgermeister Werners Vorstoß für bessere Schilder zu einem baldigen Erfolg führen werde.

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