Erstmals nach zwölf Jahren gab es in der Konstanzer Innenstadt wieder eine Fahrrad-Demo. Etwa dreihundert Radler, derunter viele Sozialdemokraten folgten einem Aufruf der Aktionsgemeinschaft „Das bessere Verkehrskonzept“ sowie den Konstanzer Umweltverbänden und zogen mit der Forderung nach einer fahrrad- und weltfreundlichen Verkehrspolitik rund um den Konstanzer Altstadtring. Der Sprecher der Aktionsgemeinschaft, Marco Walter, forderte die Stadt auf, einen Luftreinhalteplan zu erlassen.

Die SPD-Stadträte Hanna Binder und Dr. Jürgen Ruff freuten sich, dass wesentliche Inhalte sozialdemokratischer Verkehrspolitik öffentliche Unterstützung erhielten.

Eine Reihe von Forderungen der Aktionsgemeinschaft seien jedoch schädlich für die Stadt, sagte Dr. Jürgen Ruff. Eine City-Maut gefährde die wirtschaftliche Entwicklung der Innenstädte und führe zu vermehrtem Verkehr zu Einkaufszentren auf der grünen Wiese. Ökologische Stadtentwicklungspolitik müsse vielmehr den Lebens- und Wirtschaftsraum Stadt stärken. Umweltfreundliche Verkehrspolitik benötige kompakte Städte mit kurzen Wegen.

Unsinn und Geldverschwendung sei die Forderung, direkt am Bahnhof eine enge Radfahrerspindel zur neu zu errichtenden Brücke über die Bahngleise zu bauen. Kein vernünftiger Radfahrer wird eine solche Spindel nutzen, solange es in unmittelbarer Nähe ebenerdige Bahnübergänge gebe.

Einen Zwischenstopp legte der Demonstratioszug unter anderem an der Konzilstraße ein. Dort endet der Radweg im nichts, was vor allem für ortunkundige Fahrer zu gefährlichen Situationen führe.

Die Demonstration führte entgegen geheimer Hoffnungen mancher Organisatoren nicht zu nennenswerten Verkehrsbehinderungen.