Am Anfang stand die Idee: Konstanz ist (auch) eine Stadt der Wissenschaft und deshalb prädestiniert für den vom Stifterverband für die deutsche Wissenschaft ausgelobten Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“. Der Idee folgte der Antrag der SPD-Fraktion auf Teilnahme; der Gemeinderat stimmte im Juli 2005 zu.

Knapp zwei Jahre später ist ein Rückzug auf Raten absehbar. Jürgen Leipold, Vorsitzender der SPD-Fraktion im Gemeinderat kommentiert:

Schon die Haushaltsrede im vergangenen Dezember von Oberbürgermeister Horst Frank reduzierte den Anspruch darauf, beim Wettbewerb „dabei zu sein“; von Siegen wollen ist nicht mehr die Rede. Franks Sprecher gab jetzt in verklausulierter Form der Universität die Schuld, dass es vorerst nicht zu einer Bewerbung kommen wird.

Beim mit 250.000 Euro dotierten Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft“ handelt es sich jedoch nicht um einen Wettbewerb zwischen Universitäten, gesucht werden Hochschulstädte, die Wissenschaft als Motor ihrer Stadtentwicklung begreifen und dies auch in der Öffentlichkeit deutlich machen wollen. Die Ursachen für das Scheitern der Bewerbung liegen nicht bei den Konstanzer Hochschulen -wie auch: Beide, HTWG wie Universität, genießen einen ausgezeichneten Ruf. Im Exzellenzwettbewerb des Bundes und der Länder um den Rang der besten Hochschulen hatte die Universität mit dem Forschungsverbund „Kulturelle Grundlagen von Integration“ die Nase vorn; jährlich 6,5 Millionen Euro Fördergelder sind der Lohn. Und die Uni ist auch, zusammen mit sieben anderen Hochschulen, im Finale um Titel und Fördergelder ( 20 Millionen ) für die besten Hochschulen. Die Entscheidung fällt im Oktober. Bis zu diesem Zeitpunkt will die Stadt ihre Bemühungen ruhen lassen.

Auch wenn man das im Rathaus nicht gerne hört: Wirtschaftsförderung bzw. die Stadtmarketing GmbH, federführend für Vorbereitung und Koordination der Bewerbung, haben bisher nichts zu Wege gebracht, was auch nur den Hauch einer Endkampfchance erkennen lässt. Gleichwohl wehrt man sich bislang erfolgreich dagegen, den Wettbewerb vollständig im neu gebildeten Amt für Schule und Wissenschaft, dem zerschlagenen Kulturamt, anzusiedeln.

Was der OB und sein Wirtschaftsförderer nicht berücksichtigt haben: Der Wettbewerb „Stadt der Wissenschaft findet 2009 zum letzten Mal statt. Konstanz hat also bis zum Herbst 2007 eine letzte Chance, eine Bewerbung zu erarbeiten.

Die Stadt muss ich also entscheiden: Steigt sie gleich aus oder traut sie sich einen Kraftakt zu. Der freilich wird ohne personelle und organisatorische Konsequenzen nicht möglich sein.