Leipold fordert Aktionsprogramm Niederburg 2010

Baudezernent Kurt Werner will ein Sanierungsgebiet für die Niederburg vorbereiten. Damit reagierte er auf eine Forderung der beiden SPD-Stadträte Brigitte und Jürgen Leipold nach einem Aktionsprogramm „Niederburg 2010“, das das Grundproblem des ältesten Konstanzer Stadtteils angeht. Ohne natürliche Wege in und durch die Niederburg liege der Stadtteil im Abseits, denn Fußgänger und Radfahrer werden östlich und westlich an ihr vorbeigeführt. Wer aus Petershausen in die Niederburg will, muss ein oder zwei Mal durch Unterführungen. Diese sind jedoch nicht attraktiv und werden nicht nur aus diesem Grund nach Möglichkeit gemieden.

Hier setzen die Forderungen der SPD an: Auf der westlichen Seite der alten Rheinbrücke müsse unbedingt ein Fußgängerweg geschaffen werden. Dieser soll durch Querungsmöglichkeiten für Fußgänger über den Rheinsteig ergänzt werden. Beide Forderungen sind nicht neu: Vor knapp zwei Jahren bekam die Stadtverwaltung bereits den Auftrag, diese Ideen auf ihre Umsetzbarkeit zu überprüfen.

Dringlich sei auch die Verkehrsberuhigung und Neugestaltung der Niederburggassen: das Gebiet müsse gestalterisch eine Einheit bilden. Geplant sind die verschiedenen Maßnahmen schon lange. Doch der Umbau der Insel-, Gerichts- und Brückengasse wurde immer wieder verschoben und soll erst ab 2008 erfolgen. Die Theatergasse wäre nach der gültigen Finanzplanung noch später, nämlich im Jahr 2010, an der Reihe.

Es mache jedoch wenig Sinn, immer wieder ein „Stückchen Gasse“ umzubauen, heisst es in einem Schreiben an den Oberbürgermeister und den Baudezernenten. So sei die absurde Situation entstanden, dass in manchen der schmalen Gassen 50 km/h schnell gefahren werden dürfe. Allerdings erst, nachdem die Autofahrer im Schritttempo durch verkehrsberuhigte Bereiche gekommen sind.

Die Initiative will stattdessen eine Beschleunigung bei der städtebaulichen Umgestaltung: „Anwohnern und Gewerbetreibenden ist eine Dauerbaustelle Niederburg nicht zumutbar.“ Die SPD fordert von Baubürgermeister Kurt Werner eine Beratung über das Aktionsprogramm im Technischen und Umweltausschuss und anschließend im Gemeinderat. Denn die Niederburg sollte „nicht erst im Jahr des Konziljubiläums 2014 sondern weit früher erreich- und begehbar sein – für Touristen wie für Einheimische“. Die SPD hofft daher auch, dass Bürgermeister Werners Vorstoß für bessere Schilder zu einem baldigen Erfolg führen werde.