Diskussion mit SPD-Außenpolitiker Gernot Erler

„Frieden ist nicht alles, aber ohne Frieden ist alles nichts!“ Willy Brandts viel zitierte Worte verpflichten, bis heute. Wird die deutsche Außenpolitik den gewachsenen Aufgaben und Herausforderungen gerecht? Gernot Erler, einer der profiliertesten deutschen Außenpolitiker, hat selber mitgewirkt, als in der Zeit von Gerhard Schröder und Joschka Fischer neue Konzepte und Instrumente entstanden. Diese langjährigen Erfahrungen hat Gernot Erler in sein neuestes Buch: „Mission Weltfrieden – Deutschlands neue Rolle in der Weltpolitik“ einfließen lassen.

Seine Einsichten stellte er einem Vortrag in der Konstanzer Buchhandlung Osiander zur Diskussion

Aus seiner Insidersicht liefert er einen Überblick, der das wenig Bekannte besonders ausleuchtet. Der Autor stellt die These auf, dass in Deutschland zwischen 1998 und 2005 ein neues Politikmodell der Kultur des Friedens entstanden ist, das Eingang in die Arbeit der Großen Koalition gefunden hat.

Erler fragt aber weiter: Mit welchen Partnern kann Deutschland eine solche Politik umsetzen? Das untersucht er an den Beispielen USA, Russland und China. Und er unterzieht das deutsche Politikmodell dem kritischen Praxistest – bei den Bewährungsproben in Afghanistan, in Iran und Nahost sowie in Zentralasien. Im letzten Kapitel legt Erler kenntnisreich und engagiert dar, dass sich die „Mission Weltfrieden“ in Zukunft noch viel mehr den globalen Herausforderungen zuwenden muss – dem Klimawandel, dem Wettlauf um Öl und Gas und den Problemen des Zugangs zu sauberem Wasser und bezahlbaren Nahrungsmitteln.