500 Menschen demonstrierten in Konstanz gegen Neonazis und forderten ein Verbot der NPD. Höhepunkt der Abschlusskundgebung war die Rede der stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Zahide Sarikas, die vor einem Jahr als Landtagskandidatin Opfer eines Überfalls wurde.

Zahlreiche Organisationen hatten zur Demonstration, die vom Benediktinerplatz zur Marktstätte führte aufgerufen. Leider gelang es nicht, die CDU zum Mitmachen zu bewegen, was auch am linksradikalen Jargon des Aufrufs lag. Unter den Teilnehmern des Demonstrationszugs waren viele Sozialdemokraten, die unabhängig von einzelnen Formulierungen ein Zeichen gegen Neo-Nazis setzen wollten.

Sarikas schilderte, wie sie mit Hilfe von Nachbarn und Lehrern, aber auch durch politisches und gewerkschaftliches Engagement in Deutschland heimisch wurde. „Ich dachte, es ist normal, wenn ich mich um politische Mandate im Gemeinderat und Landtag bewerbe, doch ich mußte lernen, es ist nicht normal“, beschrieb sie ihre Gefühle nach dem wahrscheinlich politisch motiverten Überfall auf sie zwei Wochen vor der Landtagswahl 2011.

Raoul Ulbrich, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall in Singen, beschrieb Aktionsformen rechter Gruppen in Singen und im Hegau. Alle Redner forderten ein Verbot der NPD, um das organisatorische Rückgrat der Neonazis entscheidend zu stören. „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“, sagte nicht nur ein Redner, sondern war auch auf Transparenten zu lesen.