Der langjährige Streit zwischen den Städten Konstanz und Lindau über die Zukunft des dortigen Hafens erreicht eine neue, unerwartete Ebene. Die Stadtoberhäupter verhandeln nicht mehr über das Gelände, das die Stadtwerke Konstanz gemeinsam mit den Bodensee-Schiffahrtsbetrieben vor Jahren von der Deutschen Bahn erworben haben. Dafür machen der Konstanzer OB-Vertreter Bürgermeister Claus Boldt und die Grünen nun zwei Stadträten der Freien Wähler heftige Vorwürfe, weil sie in Lindau auch über die Zukunft des Hafens gesprochen haben. „Voll daneben“, sagt dazu Jürgen Leipold, der Vorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion. „Es gehört sich nicht, dass sich eine Stadtverwaltung anmaßen will, darüber zu entscheiden, wann und mit wem und worüber Stadträte Gespräche führen. Demokratie geht anders.“

Statt sich um Fakten zu kümmern werde vollmundig dementiert, was niemand behauptet oder für sich in Anspruch genommen habe: Nämlich im Auftrag der Stadt und/oder der Stadtwerke zu verhandeln. Die beiden Stadträte haben auch keine Verhandlungen untergraben: Die waren ja von beiden Seiten öffentlich als gescheitert und damit beendet erklärt worden.

Am Tag vor den Gesprächen der beiden Räte in Lindau schrieb Stadtwerke Geschäftsführer Konrad Frommer sogar: „“Liebe Gabi, lieber Dieter…ich wünsche Euch recht viel Erfolg im Sinne der BSB, der BHG, der Stadtwerke
und auch der Stadt Konstanz“.

Es gehört sich, daß vor und nach einem solchen Gespräch infomiert wird. Das haben die beiden Stadträte gemacht. Auch die Konstanzer SPD-Fraktion steht seit langem im Kontakt mit den Lindauer Sozialdemokraten zur Hafenfrage. Davon wurden Oberbürgermeister und Stadtwerke ebenfalls informiert.