Wenn 2012 die Westtangente in Betrieb ist, sollen sich spürbar weniger Autos durch den Wollmatinger Ortskern quälen. Doch zur Entlastung braucht es mehr als eine neue Straße. Erste Maßnahmen hat der Gemeinderat beschlossen und dabei SPD-Forderungen umgesetzt.

Deutliche Kritik übte Stadtrat Dr. Jürgen Ruff allerdings an der Verwaltung. Diese hatte vorgeschlagen, den Ortsteil morgens und abends mit „unechten Einbahnstraßen“ komplett vom Durchgangsverkehr abzuhängen. Doch diese Idee wurde weder von einem Gutachter durchgerechnet noch ausreichend mit betroffenen Anwohnern oder der Universität diskutiert. „Das ist ein Kommunikations-Gau“ sagte Ruff. Die Kritik an einem Punkt überlagerte die vielen guten Vorschläge.

„Wir dürfen keine Verärgerungspolitik betreiben“, fordert Ruff. Wenn wir die Ortsdurchfahrt erschweren wollen, müssen wir gleichzeitig die Alternativen attraktiv machen,“ nannte er als verkehrspolitische Prämisse. Richtige Bausteine des Gemeinderatsbeschlusses sind verbesserte Querungshilfen, z.B. in der Riedstraße und Buskaps, an denen die Busse nicht mehr im Straßenrand halten. Der Wollmatinger Ortskern soll zum verkehrsberuhigten Geschäftsbereich mit Tempo 20 werden.

Irreführend ist eine Presseinformation der Stadtverwaltung zur Gemeinderatssitzung. Keineswegs sei ein „Stufenmodell“ beschlossen worden, das die „unechte Einbahnstraße“ in einem zweiten Schritt umsetzen wolle. Verwaltung und Gemeinderat haben vielmehr die Aufgabe, weitere Maßnahmen zu ergreifen, wenn die geplanten Verlangsamungen nicht ausreichend wirken.

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