Konstanzer SPD-Gemeinderatsfraktion wird größer

Stadtrat Frieder Schindele (63) wird neues Mitglied der SPD-Fraktion. Der Werbefachmann, der seit 1994 Mitglied des Gemeinderats ist, verlässt die Wählervereinigung Neue Linie Konstanz. „Ich will etwas bewegen,“ begründete er seine Suche nach einer neuen politischen Heimat. In seiner bisherigen Ratstätigkeit habe er große inhaltliche Übereinstimmungen zu den Konstanzer Sozialdemokraten festgestellt, sagt Schindele. Daher habe sein Abstimmungsverhalten im Gemeinderat der SPD zu politischen Erfolgen verholfen. Als Beispiele nennt Schindele den Konstanzer Mitspiegel oder das kürzliche Nein des Gemeinderats zur Umwandlung des Klinikums in eine GmbH.

Schindele freut sich auf die Zusammenarbeit mit einem „kompetenten Team“. Dabei will er seine Erfahrungen als Selbständiger einbringen. „Eine soziale Politik braucht eine starke Wirtschaft“, sagt Schindele. Das sei ein durch und durch sozialdemokratisches Motiv. Er schließt sich nicht nur der SPD-Fraktion an, er hat auch den Eintritt in die Partei erklärt. 2009 will er sich gerne wieder dem Wählervotum stellen und mithelfen, der SPD zusätzliche Wählerschichten zu erschließen.

Konstanz müsse Verbindungen zu seinen Nachbarn schaffen und so die Region stärken. Denn das größte Kapital der Stadt sei „die Einmaligkeit des Standorts.“ Er sei daher ein bekennender Anhänger eines Kongress- und Konzerthauses für Konstanz. Allerdings – und hier weiß er sich wieder mit den sozialdemokratischen Stadträtinnen und Stadträten einig – fehle es der Konstanzer Stadtverwaltung an der notwendigen Professionalität. Ihre Vorgehensweise schade dem Projekt eher, als dass sie es voranbringe. Schindele war vor seiner Wahl in den Gemeinderat lange Zeit Vorsitzender der Einzelhändlervereinigung Treffpunkt Konstanz. Daher weiß er um die Bedeutung der selbständigen Händler für eine lebendige Innenstadt. „Wir dürfen die kleinen Händler nciht vergessen“, mahnt er. Die neuen Kaufhäuser in der südlichen Altstadt sorgen für Belebung im Handel, aber die Stadt müsse dafür sorgen, dass andere Handelstandorte nicht nach und nach verschwinden.

Schindele betreibt eine Agentur für Werbung und für Messebau. Er ist gelernter Fotograf und hat unter anderem beim kürzlich verstorbenen ehemaligen SPD-Stadtrat und Konstanzer Stadtfotografen Heinz Finke gelernt. Vielen Konstanzern ist er als früherer Programmmacher des Studentenklubs Hades bekannt.

Die SPD-Fraktion wird Frieder Schindele in den Technischen und Umweltausschuss (TUA) und in den Haupt- und Finanzausschuss entsenden.