Die 33jährige Rechtsanwältin Hanna Binder steht an der Spitze einer starken Kandidatenliste der Konstanzer SPD für die Gemeinderatswahlen am 7. Juni. Arbeit und Umwelt, Kultur, Sport und Soziales:alle wichtigen Themen der Kommunalpolitik deckt die Partei mit kompetenten und gesellschaftlich verankerten Wahlbewerbern ab. Listenplatz 2 belegt Jürgen Leipold, der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gemeinderat, bevor mit Natalie Wöllenstein ein junges, neues Gesicht auf einem herausragenden Platz antritt.

Die Konstanzer SPD zeigt so, dass es ihr mit der Förderung des politischen Nachwuchses ernst ist. Es entspricht bereits guter sozialdemokratischer Tradition, unter den Spitzenplätzen der Gemeinderatsliste junge Menschen aussichtsreich für den Gemeinderat in Position zu bringen.

Gut vertreten sind auch die Konstanzer Ortsteile im Listenvorschlag. Bernd Sonneck aus Dingelsdorf kandidiert auf Platz 4; Jens Bodamer, Ortschaftsrat aus Dettingen-Wallhausen steht auf Platz 11 und der amtierende Litzelstetter Ortschaftsrat und Stadtrat Jürgen Puchta hat als Listenachter gute Chancen, wieder in das Hauptorgan der Stadt einzuziehen.

Die SPD honorierte durch herausgehobene Platzierungen die hervorragende Arbeit ihrer Gemeinderatsfraktion, die durch den Wechsel von Frieder Schindele Ende 2008 auf acht Mitglieder angewachsen ist. In einem Arbeitsbericht dokumentierte die Fraktion, dass sie auch ohne Mehrheit die politische Führung im Konstanzer Gemeinderat innehat. Schindele wurde von seinen neuen Parteifreunden gut aufgenommen und erhielt auf seinem Wunschplatz 13 ein gutes Wahlergebnis.

Zahlreiche Arbeitnehmervertreter kandidieren auf der Liste: So findet sich die Personalratsvorsitzende der Universität, Ursula Haake auf Platz 25, ihr folgt die Betriebsratsvorsitzende der Mainau, Renate Weber. Die ProgrammiererinLore Dizinger-Ruppert ist IG-Metall-Mitglied und im Siemens-Betriebsrat. Aus der Arbeitnehmervertretung bei Nycomed kandidiert die Biologin Marina Mollenhauer.

Den fünften Platz belegt die 53-jährige Erzieherin Sonja Hotz, die sozialpolitische Sprecherin der Fraktion. Seit 15 Jahren ist Hotz Mitglied im Gemeinderat. Eines ihrer zentralen Themen, bessere Kinderbetreuung, ist mittlerweile allgemeiner Konsens nicht nur in Konstanz. Auf Hotz folgt in der Liste Brigitte Leipold, die konflikfähige Streiterin um eine gute Stadtplanung. Der Konstanzer Stadteingang sehe „furchtbar“ aus, beschrieb sie ihren neuen Arbeitsschwerpunkt.

Platz 7 belegt Herbert Weber. Der Vorsitzende des Mietervereins Bodensee e.V. hat ein wichtiges Thema, die Wohnungspolitik im teuren Konstanz. Unermüdlich streitet er für mehr Wohnungsbau, gerade auch für nicht ganz so reiche Konstanzer. Im Finanzausschuss erlebt man ihn auch als Sachwalter der Interessen der Vereine oder im Einsatz für die Feuerwehr.

Dr. Jürgen Ruff, der Umweltpolitiker der Fraktion, berichtete von Erfolgen: So habe die SPD ein Acht-Punkte-Programm für den Klimaschutz durchgesetzt und hatte großen Anteil daran, dass sich die Konstanzer Stadtwerke nicht an einem Kohlekraftwerk beteiligten. Doch nur zu oft müsse man die Stadtverwaltung an das Handeln erinnern. Der Konstanzer CO2-Rechner, eine Initiative der SPD, wurde erst mit einiger Verzögerung nach mehrfachen Mahnungen eingesetzt.

Den zehnten Listenplatz belegt Dr. Axel-Michael Unger. Der gebürtige Berliner arbeitet in leitender Position bei der Firma Christiani, dem technischen Institut für Aus- und Weiterbildung. Seine berufliche Kompetenz kann Unger in die kommunale Bildungs- und Wirtschaftspolitik einbringen. Seit 2006 ist Unger stellvertretender Vorsitzender der SPD Konstanz.

Die Konstanzer Sportpolitik ist nicht nur eine Domäne von Spitzenkandidatin Binder. Auch Harald Schuster, der Hallensportreferent des Stadtsportverbands und Vorsitzende des USC Konstanz und Gerhard Haug, der Jugendleiter des FC bringen einschlägige Erfahrungen mit.

Eine Person wurde nicht als Kandidatin gewählt: Anita Fitz aus Dingelsdorf scheiterte in einer Kampfabstimmung um Platz 20. Die SPD-Mitglieder zogen ihr Helmut Grathwohl vor.