Wenn am Tag nach Himmelfahrt die Konstanzer Innenstadt überfüllt ist, kommt regelmäßig der Ruf nach neuen Parkhäusern. Doch Verkehrsprobleme lassen sich mit Parkplätzen alleine nicht lösen. In einem Beitrag für die Südkurier-Rubrik „Pro und Contra“ nimmt SPD-Stadtrat Dr. Jürgen Ruff Stellung.

An Brückentagen wird es eng in der Innenstadt, wenn zahlreiche zusätzliche Besucher und Kunden nach Konstanz strömen. Der große Andrang zeigt, unsere Stadt ist allen Unkenrufen zum Trotz beliebt. Schattenseiten dieser Anziehungskraft sind besetzte Parkplätze und stockender Verkehr.

Nach einem Stau-Wochenende mag es kaum jemand hören: Probleme mit dem Einkaufsverkehr gibt es an Spitzentagen, die Anwohner der Innenstadt suchen dagegen jeden Abend nach Stellplätzen.

Wir wissen, das Konzept der autogerechten Stadt ist ein Modell von gestern. Was kann die Stadt also tun? Die Verlagerung von Verkehr auf Bahn, Bus und Fahrrad ist eine ständige Aufgabe. Wer nur nach mehr Parkplätzen an allen möglichen Orten ruft, macht es sich zu einfach. Konstanz braucht eine pragmatische Verkehrspolitik, die Schwerpunkte auf umsetzbare Maßnahmen legt:

  • Die bestehenden Park-and-Ride-Angebote sind bestenfalls halbherzig, sie sind schlecht angebunden und werden unzureichend beworben.
  • Für den Einkaufsverkehr sind zusätzliche Angebote am Döbele denkbar. Doch es wäre ein unentschuldbarer städtebaulicher Fehler, das Gelände nur als Riesenparkplatz zu nutzen. Das Döbele braucht ein Gesamtkonzept aus Wohnen, Dienstleistung und Parken.
  • Zusätzliche Anwohnerparkplätze haben auf dem Gelände des Vincentius-Krankenhauses nach dessen Umzug eine konkrete Realisierungschance.